Making of Ein perfekter Plan - Schließfach 173

Making of

Penguin Wars Train Accident SchniSchnaSchnecki Ninja Attack T-Rex Roar
Schließfach 173

Hinter den Kulissen von  Ein perfekter Plan - Schließfach 173

Software/Hardware
KlasseAnimationsfilm
Render/AnimationssoftwareCinema 4D von Maxon
EffekteCinema 4D/Effects Lab
Mitwirkende
RegisseurMarco Dörner
Drehbuch
Animator
MusikMichael Donner
StimmenMarco Dörner
Norbert Dörner
Stephan Bayerl
Michael Borkowski
Laura Dörner
Tobias Hauer
Jürgen Domke
Maximilian Schinko
Matthias Pürner
Thomas Zeug
Sophia Bayerl
Manuela Dörner
Michael Donner
Filmplakat zu Schließfach 173
Fakten
Länge des Films 22min
Tage der Produktion 631
Insgesammte Renderzeit ca. 153 Tage
Geräusche im Film ca. 1000


631 Tage - eine Zeit die für sich selbst spricht. Kein anderes Projekt von MarcoStudio hat auch nur annähernd so lange gedauert wie dieses. Ein perfekter Plan - Schließfach 173 hat Train Accident den Rang als bisher aufwändigster Film von MarcoStudio abgerungen. Wie, das könnt ihr im folgenden Abschnitt lesen:
Zunächst musste einmal eine Geschichte gefunden werden. Bei diesem Film war es zum ersten Mal so, dass ich davor nicht recht wusste, was ich als nächstes machen sollte. Bisher war es immer so, dass ich am Ende der Produktion eines Films schon gewusst habe was ich als nächstes drehen wollte. Fest stand hier nur, dass es ein 3D Animationsfilm werden sollte mit Legofiguren aus 3D. Legofiguren deshalb, da Charakteranimation doch eine ziemlich schwierige Sache ist und die Legomännchen leichter zu Handhaben sind als ein X-beliebiges 3D Modell.
Als schließlich die Premiere von Penguin Wars gekommen war und ich immer noch keine Idee hatte setzte ich mich einmal nur vor den PC und dachte nach, was ich wohl als nächstes machen könnte. Irgendwie kam mir der Gedanke "Gangsterfilm" immer wieder in den Kopf, doch weigerte ich mich lange diesen anzunehmen, da ich mir dachte, dass es wohl sehr schwierig sein wird die Bösen als die Guten dazustellen. Doch nach ein paar Gedanken zu anderen Filmen kam immer wieder der selbe: "Gangsterfilm". Schließlich dachte ich mir "oke, schreibst halt mal das Drehbuch" - doch die Zeilen flossen mir von der Hand, sodass das komplette Drehbuch schon nach ein paar Stunden fertig war. Nachdem ich es ein paar Tage hatte liegen lassen um es anschließend nocheinmal durchzugehen gefiel es mir so gut, dass ich mit entschloss die Produktion in Angriff zu nehmen.
Offiziell lief die Produktion am 1 November 2005 an. Das Drehbuch war allerdings schon davor geschrieben. Nun ging es um die Umsetzung. Und das betraf in erster Linie das 3D Programm. Ursprünglich war geplant das ganze ebenfalls mit Vue d'esprit durchzuführen. Doch nach ein paar Versuchen war klar, dass es nicht möglich war. Daraufhin sah ich mich nach einem mächtigerem Programm um und blieb letzten Endes bei Cinema 4D, mit welchem ich nach wie vor sehr zufrieden bin. Die Tests, die nach einer kleinen Einarbeitungszeit folgten, waren allesammt sehr gut, sodass ich mit der Arbeit beginnen konnte: Die Umgebungen wurden in Cinema 4D aus Vue nachgebaut (dort hatte ich schon die meisten erstellt) und verbessert.
Die nächste Hürde war die Erstellung der Charaktere. Ich versuchte zunächst in Cinema 4D die Legomännchen nachzubauen. Doch da ich noch nicht so viel Erfahrung mit dem Programm hatte, scheiterte der Versuch. Ich sah mich im Internet nach einem Programm um, mit dem man am Computer mit Lego bauen kann und wude nicht enttäuscht: LeoCad heißt das gute Stück und ist gratis herunterzuladen. Nach erneuten Tests stellte sich heraus, dass die Legomännchen in ihrer unveränderten Art zu eingeschränkt waren. Deswegen baute ich ihnen noch zusätzliche Gelenke ein um ihre Bewegungsfreiheit zu steigern (nicht allen, aber den Hauptcharakteren). Nun ging es an die Gesichter. Diese sollten sich bewegen, dass war schon von Anfang an der Produktion klar. Ich löste es über Texturen, was zwar ein riesiger Zeitaufwand war, aber letzten Endes ein gutes Resultat ergab - so ließ sich auch die Mimik der Legomännchen steuern.
Und schließlich, irgendwann im Dezember, begann dann die "richtige Arbeit". Zunächst mit der Aufnahme der Stimmen. Für die Rollen der 2 Hauptcharaktere brauchte ich 2 Leute, die ich jederzeit "griffbereit" hatte, falls mal spontan wieder ein Text zu sprechen war. Ich entschied mich für meinen Vater und meine Wenigkeit. Nun wurden die Gesichter mit den verschiedenen Mündern und Gesichtsausdrücken erstellt und anschließend passend zu der Aufnahme hinzugefügt. Dies geschah in meinem Schnittprogramm, Bild für Bild. Das fertige Video wurde als Textur auf die Gesichter der 3D Legofiguren gelegt. Nun konnten diese animiert werden.
Und dann wurden sie zum Rendern freigegeben - das war dann der erste Schock. Ein Bild brauchte mehrere Stunden, bis es fertig gerendert wurde. Die schlimmste Sequenz aus der ersten Szene dauerte insgesammt 2 Monate (!) bis sie fertig war. 2 Monate musste mein PC ununterbrochen, Tag und Nacht, rechnen. Zum Glück bekam ich im späteren Verlauf Unterstützung von meinem Freund Michael Borkowski, der seinen Computer über Internet ebenfalls rendern hat lassen. Desweiteren ging die 2te Szene um einiges schneller zu berechnen, sodass ich wieder zuversichtlicher wurde. Die erste Szene wurde ca. Mitte Mai 2006 fertig.
Die weiteren Szenen liefen eigentlich alle gleich ab: Umgebung erstellen, falls nicht schon getan - Synchronisation - Gesichtertextur - Animation - Rendering. Da dies mein erster Film mit Charakteranimation war und ich auch wollte, dass die Bewegungen menschlich aussehen, habe ich oft selbst die Szene nachgespielt um mich beobachten zu können, sodass ich anschließend die Legomännchen realistisch animieren konnte.
Am 6 Dezember 2006 bekam ich dann Rechenhilfe: Mein 2ter PC (Emma) kam in sein neues Zuhause. Die Wochen davor hatte ich gemerkt, dass es ohne Hilfe nicht mehr geht, da die Rechenzeit pro Bild wieder drastisch zugenommen hatte. Dieses Problem wollte ich nun mit einem Intel Core 2 Duo Prozessor beheben. Es funktionierte - zumindest zunächst. Als ich feststellte, dass es ja echt schneller ging nahm auf seltsame Art und Weise auch die Komplexität der Szenen zu, wodurch teilweise mein alter PC gar nicht mehr mitrendern konnte. Emma schaffte es dennoch, nur diesmal wieder mit längerer Renderzeit.
Schließlich kam die Produktion zu meiner Lieblingssequenz: Als Alan über das Dach rennt, durch die aufgehängten Kleider hindurch. Diese Szene war knifflig. Ursprünglich war geplant, diese in Zeitlupe ablaufen zu lassen. Dies war jedoch aus technischen Gründen zunächst nicht möglich. Über einen Umweg funktionierte es letzten Endes doch, aber fand ich dann, dass es besser aussah ohne Zeitlupe. In dieser Szene habe ich fast alle Teile einzeln animiert: Den Rauch der Schornsteine, die Kleider (was nicht leicht war, trotz dem Modul für Kleider für Cinema 4D) und Alan + die Polizisten.
Dann kam der Höhepunkt, als Alan an der Kante der Häuserwand steht. Hier war es eine Herausforderung den Konflikt zu animieren. Springt er könnte er eventuell tot sein. Springt er nicht wird er mit Sicherheit verhaftet. Zunächst waren hier ja Müllsäcke geplant. Diese wurden dann aber doch durch Säcke der Altkleidersammlung ersetzt.
Bei der letzten Szene kam ersteinmal das Auto zum Einsatz. Für dieses habe ich viele Versuche gebraucht, von zu klotzig über zu lang bis zu breit. Bis ich mich entschied das ganze als Cabrio zu machen. Dann habe ich mir einige Bilder aus dem Internet dazu angeschaut und dann begonnen zu modellieren. So wurde es dann endlich fertig. Als nun die 13 Szene fertig war und ich mit der 14 begann (die, als Alan und Eric im Auto sitzen) hatte ich noch keinen blassen Schimmer wie ich diese umsetzten sollte. Ursprünglich war geplant die beiden auf einer Autobahnbrücke fahren zu lassen. Doch hatte ich hier das Problem, dass ich erstens keine großen Landschaften gut nachstellen konnte, zweitens dass ich viele verschiedene Autos bräuchte. Mein 2ter Gedanke war, sie auf einer kleinen Landstraße fahren zu lassen. Dies hatte erneut zwei Nachteile. Zum ersten war es unwahrscheinlich, dass sie so schnell aus der Stadt auf eine Landstraße kommen, zum zweiten konnte ich in Cinema 4D nicht so viele verschiedene Pflanzen erstellen. Also baute ich eine Autobahnauffahrt nach (orientiert habe ich mich an der Wien-Westautobahnauffahrt) und stellte den Hintergrund noch mit diversen Gebäuden voll.
Nun war er fertig, der Film. Zeit zum Feiern hatte ich allerdings keine, da noch der Schnitt und die Vertonung auf mich warteten und ich den Film noch vor Schulende fertigbekommen wollte. Mittlerweile hatte ich aber schon einen Komponisten für den Film gefunden, welcher auch schon eine Beta Version des Filmes hatte: Michael Donner. Dieser überraschte mich immer wieder mit seinen Komposionswerken, wenn er sie mir zur Vorschau schickte.
Zunächst kam der Schnitt. Hier musste einiges an Filmmaterial dran glauben: 25Minuten waren es ungeschnitten, danach nur noch knapp 21. Dazu noch der Vor- und Abspann, damit waren wir auf 22 Minuten und 10 Sekunden. Mein bislang längster Film.
Die nächste Hürde war die Vertonung. Diese war mir bei meinen anderen Produktionen schon immer ein Dorn im Auge gewesen. Diesmal wollte ich, auch weil ich den Film auf DVD verkaufe, den Ton besser machen. Deswegen fügte ich zu dem ganzen Film insgesammt an die 1000 Geräusche hinzu. Die ganze Vertonung hat mich etwa 2 Monate gekostet. Nun bin ich aber zufrieden mit dem Ergebnis.
Schließlich wurde die Premiere im kleinen Kreise gefeiert und mit Champagna begossen. 2 Tage später, am vorletzten Schultag, wurde der Film dann in der Aula meiner Schule gezeigt .Ca 60 interessierte Schüler und Lehrer sahen ihn sich an und belohnten die Arbeit mit Applaus.
Nun waren einzig und allein noch die Extras für die DVD zu erstellen und dann war es VORBEI! Ich konnte es gar nicht fassen. Nach über eineinhalb Jahren war Ein perfekter Plan - Schließfach 173 endlich fertig. Ein Meilenstein für MarcoStudio.


Alle Schauspieler aus Schließfach 173.